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Geburtstag


Ich habe heute Geburtstag und keinen Ort mich zu verstecken.

Die letzten Jahre habe ich immer den Schutz der Großstadt genutzt, um der Heerschar an Gratulanten und Wir-wollen-Party-feiern-Menschen zu entgehen und meinen Geburtstag mit mir alleine zu verbringen.

Das ist ja auch ok so. Kein Mensch sollte sich an seinem Geburtstag gezwungen fühlen, etwas anderes zu machen, als das, was er gerne macht. Ich bin gerne alleine. Für mich ist das auch kein Problem und alleine der Gedanke an die Menschen, die beleidigt sind, wenn sie mich an meinem Geburtstag nicht erreichen, um mir zu gratulieren, makes me sick.

Schauen wir uns das Problem mal genauer an:

Ich kam durch einen Kaiserschnitt zur Welt. Das heißt, meine Mutter war in gewisser Weise bei meiner Geburt nicht anwesend – ich war auf der Welt und das erste mal alleine, schön. Ich weiß nicht, wie der Arzt heißt, der mich auf die Welt gebracht hat und ob der überhaupt noch lebt aber mit dem würd ich auf jeden Fall auf ein Bier gehen.

„Was war meine Leistung?“ fragten sich bekanntlich schon einige Österreicher, wenn auch nicht im Kontext der eigenen Geburt. Ich habe nichts dazu getan, um zur Welt zu kommen. OK, ich hab auch nicht viel dagegen gemacht aber seien wir uns ehrlich, was waren meine Optionen? Ich bin trotzdem der Meinung, dass an diesem Tag eigentlich jene Frau im Mittelpunkt stehen sollte, die mich 9 Monate im Bauch getragen, ohne Unterstützung eines Partners aufgezogen und ernährt hat.

Soviel man seinen Müttern auch vorwerfen kann, die meisten haben getan, was sie konnten.

Also, bitte. Wenn ihr heute unbedingt irgendjemandem gratulieren müsst, dann gratuliert meiner Mutter, dass sie trotz der Aufzucht eines Monsters noch immer quietschfidel und wohlauf ist. Danke.

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Eingeordnet unter Leben im Allgmeinen, Ranshofen