Archiv der Kategorie: Haus

Herr der Fliegen


Spinnen Sie? Ich meine, mögen Sie Spinnen? Ich hab die Viecher gehasst, bis ich ein Haus mit Garten und Mülltonne am Rande des Augebiets gekauft habe.

Wenn man einmal eine Müllabholung verpasst, kann das weitreichende Folgen haben. Vor allem, wenn man in der vergangenen Woche für 10 Erwachsene und 10 Kinder Fisch gegrillt hat und die Mülltone berstend voll mit Karkassen der verspeisten Tiere sind. Wissen Sie wie viele tausend Maden in eine herkömmliche 90 Liter Mülltonne passen und wussten Sie, dass die Maden gegen Essig, Insektenvernichtungsmittel und Ekelgefühle vollkommen immun sind?

Nichts hat geholfen, nichts! Und wenn man beim Vortrag der Kinderbücher aufgepasst hat, weiß man, dass Maden meist keine Maden bleiben, sondern sich in etwas mit Flügeln verwandeln. In unserem Fall wars leider nicht so, wie unser Junior vermutete, dass sich all die kleinen Raupen Nimmersatt in schöne bunte Schmetterlinge verwandelten. Nein, unsere Maden waren stinknormale Stubenfliegenlarven und entsprechend hoch ist nun die Population dieser kleinen, lästigen Biester.

Ich kann nicht mehr. Sobald ich eine Fliege höre oder sehe, muss ich sie töten. Beim Fenster raus scheuchen ist keine Option mehr. Sie muss sterben.
Ich weiß, wenn man das so liest, hört es sich furchtbar brutal an aber würde sich noch eine Fliege in mein Gesicht setzen, ich müsste meinen Kopf zum Explodieren bringen, um sie mit in den Tod zu reißen.

Was das nun bedeutet?

  1. Ich habe neue Verbündete
  2. Ich habe ein neues Hobby „Fliegenklatschen“
Meine Verbündeten sind die Spinnen. Anfangs fand ich, dass es am Land bedeutend zu viele Oktopoden gibt aber jedes Flügelvieh, das sie übernehmen, erspart mir einen Hieb mit der Fliegenklatsche. Sie dürfen groß und klein sein, einen fetten Hintern haben oder schnell davonlaufen, das ist mir mittlerweile alles egal. Hauptsache, Sie fressen Fliegen. Ich frag mich nur, was wir mit unserer Fischgrillerei losgetreten haben. haben wir das ökologische Gleichgewicht in unserem garten derart ins Schwanken gebracht und als nächstes droht uns eine Spinnenflut? And what’s next? Krötenexplosion?
Um nicht völlig die Kontrolle zu verlieren, muss ich selbst Hand anlegen, habe mir aus diesem Grund eine Fliegenklatsche besorgt und kann mit Fug und Recht behaupten, es war die beste Investition seit Jahren. Vom Haus abgesehen und meinem Computer. Aber mit einem 27″ iMac kann ich keine Fliegen erschlagen. Ich meine, ich könnte schon aber erstens wäre der Anblick einfach nur skurril und komisch und ich habe nicht die Absicht, als Mann mit der schwersten und teuersten Fliegenklatsche ins Guiness Buch der Rekorde zu gelangen.
Deswegen Fliegenklatsche und voll zufrieden. Wait, my spidersenses are tingling! Ich muss zur Tat schreiten, die Biester fallen über meinen schlafenden Sohn her.
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A perfect day


Ja, ich habe ein Loch im Zeigefingernagel meiner linken Hand und es hat höllisch weh getan und troztdem war gestern der schönste Tag seit langer, langer Zeit.

Der Entschluss fiel genau genommen schon vorgestern Abend, als Claudia und ich bei den Ps auf der Terasse saßen und überlegten, wie’s denn jetzt weitergeht. Wir sind aus Burgkirchen geflüchtet, es war nicht mehr auszuhalten. Warum? This is dedicated to all mothers-in-law:

Aber zurück zu unserem Entschluss. Unser süßer Sohn ist gerade am Prügeln und schont dabei weder die Kinder unserer Freunde, zu denen wir geflüchtet waren, noch uns. Gut, wir können damit mehr oder weniger gut umgehen, für 3 bis 6jährige Mädchen ist das schon erheblich schwieriger. Denn in diesem Alter kann man sich wahrscheinlich nicht daran erinnern, dass man vor wenigen Jahren ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt hat und man weiß auch nicht, dass alles wieder zu einem zurück kommt, sonst würde man als geprügeltes Kind sein Schicksal stumm ertragen und sich Gedanken über ausgleichende Gerechtigkeit msachen. Da man das aber von Kindern nicht verlangen kann und sein eigenes Kind auch nicht ständig in die Versuchung führen will, andere zu verhauen unnd sie danach rügen, ermahnen und diesen ganzen Elternkram durchziehen soll, muss man nach Auswegen suchen.

Bin ich schon bei unserem Entschluss? Nein, nicht ganz. Vorher muss ich euch noch ein wenig von den Fortschritten im Haus erzählen.

WAS IST NEU?

Der erste Stock ist ja schon seit ein paar Tagen fertig, das was wir ein Bett nennen steht im Schlafzimmer, das Kinderzimmer ist möbliert und wird bespielt, das Bad soweit geputzt, dass man es getrost benutzen kann.

Der unglaublich schöne Parkettboden (Eiche natur, geölt) ist im ganzen Erdgeschoß verlegt und seit gestern ist die Küche fertig. Nein, fast fertig. Der Herd und die Spüle sind noch nicht angeschlossen, aber ich habe den Kühlschrank schon so befüllt, dass wir zu jeder Tages- und Nachzeit etwas essen und trinken können und das ist auch nötig.

Gestern hat uns nämlich unser Installateur gesagt, dass aus seiner Sicht gar nichts dagegen spreche, den alten Boiler noch in Betrieb zu nehmen. Das war bisher immer das größte Hindernis zum Einzug, ein Leben ohne Warmwasser zu führen, nicht duschen zu können.

DER ENTSCHLUSS

Ja, richtig geraten, wir sind eingezogen. 🙂 🙂 🙂

Ein unglaubliches Gefühl. Seit Ende Jänner sind wir überall nur mehr zu Besuch. Jetzt sind wir endlich zuhause, wir haben endlich wieder in unserem Bett geschlafen und den Tag nach unseren Vorstellungen verbracht. Naja, nicht ganz.

DER UNFALL

Wie bereits erwähnt, ist ja der Herd noch nicht angeschlossen. Das heißt, wenn wir etwas Warmes zu essen wollen, müssen wir auf eher antike Möglichkeiten der Zubereitung zurückgreifen, sprich Grillen. Das geht ohne Feuerstelle aber nicht. Deshalb wollte ich an den Inn gehen und ein paar große Steine besorgen, die ich dann kreisförmig im Garten trapieren wollte, et voila. Da hab ich leider etwas vorschnell gedacht, weil ich nicht eingerechnet hatte, dass manche Steine so schwer sind, dass sie mir den Finger quetschen und einen gewaltigen Bluterguss unster meinem Fingernagel erzeugen können.

Es tat höllisch weh und Alex, die gerade mit Luna und Zora zu Besuch war, führ mich ins Krankenhaus, aber erst nachdem wir die Tischplatten aus dem Auto unseres Tischlers in unsere Küche geschleppt hatten. Ihr merkt schon, die Ereignisse kulminierten zu diesem Zeitpunkt etwas.

Claudsch musste beim Tischler bleiben, Alex packte ihre zwei Töchter zusammen, ich schnappte mir Mika, rief meine Mutter an, dass wir uns beim Krankenhaus treffen und ab die Post.

Die Krankenhaus Geschichte muss ich euch bei Gelegenheit auch nochmal erzählen, das war lustig.

ZUHAUSE

Was zählt ist, dass wir jetzt wieder wo zuhause sind und abends mit einer Flasche Sekt gemeinsam unter dem Sternenhimmel sitzen können und uns darüber freuen können, wie schön wir es haben und noch haben werden.

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Eingeordnet unter Burgkirchen, Haus, Leben im Allgmeinen, Mika, Umbau

Wir reissen alte Mauern ein



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Ich zerstöre mein Leben gerne


Ich zerstöre mein Leben gerne, zum Beispiel mit dem Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses. Das wollte ich aber gar nicht schreiben, eigentlich hätte es heißen sollen: FÜR.

Ich zerstöre für mein Leben gerne (was so ein kleines Wörtchen ausmachen kann, was?) aber ich bekomme viel zu selten die Gelegenheit dazu. Der Gelegenheiten gibt es momentan genug und ich gehe in der Tätigkeit des Abrissunternehmens voll auf. Seit 5 Tagen, also noch nicht einmal einer Woche, gehört uns das Haus und in der Metamorphose vom Pesionsidyll zum Jungfamilienhaus, befindet es sich momentan im Zustand der Undefiniertheit voller Löcher, Dreck und guter Hoffnung. Innerhalb dieser 5 Tage haben wir es geschafft, etwas Bewohnbares in etwas Desaströses, ein Haus in eine Baustelle zu verwandeln und immer tiefer in den Sog der Sanierung zu rutschen. Es ist alles auf Kurs und solange wir arbeiten, geht es uns gut, wir dürfen nur nicht zu viel Zeit zum Nachdenken haben – ja, das hat sich noch immer nicht geändert. Nachdenken ist Gift, in einer Situation wie dieser und der nächste manisch-depressive Anfall lauert immer um die nächste Ecke. Also, was tun? Richtig, nie aufhören zu arbeiten – immer brav weiter zerstören!

zerstörtes Haus

Die Reinigung

Teil 1 unserer Unternehmung war aber eher reinigender Art. Ausmisten. Es ist unglaublich, was Menschen im Laufe ihres Lebens alles aufheben. Der Plan war eigentlich, alles was im Haus an Möbel und Einrichtungsgegenständen zu finden ist kurz und klein zu hauen, in einen Container zu werfen und auf die nächste Mülldeponie bringen zu lassen. Claudsch meinte dann aber, es wäre schade um die Möbel, sie seien sicher noch zu brauchen und wir sollten sie im Internet gegen Selbstabholung anbieten. Warum nicht. Ich schoss also ein paar Fotos von den Kästen und Schränken und bemerkte erst beim Hochladen der Fotos, dass ich von keinem einzigen Teil die Maße genommen hatte. So machte das natürlich keinen Sinn. Aber das brachte mich auf eine andere Idee. Meine Mutter kennt immer irgendjemand, der irgendjemand kennt, der vielleicht genau das brauchen könnte. Hab sie also angerufen, sie meinte, sie würde sich umhören, wüsste jetzt spontan aber niemanden. Das war eine Enttäuschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Sie machte jetzt nichts schlimmer, aber ich dachte mir, das Telefonat würde mich von den riesigen Einbauschränken befreien.

Manchmal braucht es aber lediglich ein paar Minuten Geduld, denn keine halbe Stunde später rief mich meine Mutter zurück, sie wolle mit einer Frau ins Haus kommen, die Interesse an den Möbeln hätte. Und was für ein Interesse die gute Frau hatte. Nicht nur, dass sie die beiden Kästen nahm, sie wollte auch die alte, schmierige Küche, den gesamten Hausrat und beinahe alles, was wir uns in diesem Haus nicht selbst behalten wollten. Zack, Tag eins und alle Möbel waren verschenkt und bis Samstag war alles aus dem Haus – unglaublich.

Gut, ich musste mich natürlich darum kümmern, dass das was ich als Mist und Berta als Einnahmequelle bezeichnete auf einen Haufen geräumt wird und mir war auch nach dem ersten Möbelstück klar, dass es wesentlich schneller gehen würde, wenn ich es selbst abmontierte, aber hey, das Zeug hatte einen Abnehmer und ich ersparte mir wieder einiges an Kosten.

Die Zerstörung

Die restlichen Arbeiten bis jetzt waren rein destruktiver Art und ich liebe es. Ich hatte mir vorgenommen, dass die Holzdecken das erste wären, das ich rausreißen würde und es war mir ein höllisches Vergnügen das mit brachialer Gewalt und unter ebenso brachialen Muskelschmerzen zu tun. Die Seitenhiebe meines Schwiegervaters („Alles muss er kaputt machen“) nahm ich mit dem Lächeln eines Zen Mönchs zur Kenntnis.

Für Sepp ist das schwer zu verstehen, dass man in einem Haus so leben möchte, wie es einem selbst gefällt und nicht in einem Umfeld, das so sicher noch Jahrzehnte lang Bestand hätte und schon da ist. Ich habe ihm gegenüber diesen Vergleich nicht gebracht, aber falls ein Kuhfladen mein einziger Besitz wäre, würde ich auch versuchen ihn rosarot zu lackieren, anstatt ihn braun zu lassen. Würde mir eben besser gefallen. Sepp würde ihn sicher in seiner natürlichen gestalt lassen, denn alles andere würde eine unnötige Investition und (Gott bewahre) vielleicht sogar eine Wertminderung darstellen. Was existiert und keine Mängel aufweist ist schön genug. Eigentlich eine beneidenswerte Einstellung.

Ich bin nicht so. Ich will das alles nicht und jede Sekunde zuviel mit diesem atlten Klumpert bringt mich mehr in Rage – ich muss es zerstören!

Und das tue ich wie gesagt auch unablässig. Ich reisse die Holzdecken raus (das ist mehr Arbeit als man jetzt ahnen mag), haue die übrigen Möbel kurz und klein, reisse den funktionslosen Kachelofen im Wohnzimmer ein und so weiter und so weiter.

Dazwischen kommt immer wieder irgendjemand, der sich dieses oder jenes abholt und so bleibt eigetlich kaum etwas übrig, das ich noch auf den Müllplatz bringen muss.

Der Wiederaufbau

Das Eigenartige an dieser Situation ist ja, dass man sich in der destruktiven Arbeitsphase bereits über den Wiederaufbau Gedanken machen muss. Zum Beispiel über die Heizung und hier gab es bei weitem die positivste Überraschung. Wir hatten schon damit gerechnet, den großen Kellerraum, in dem sich momentan die Werkstatt befindet, als Heizraum verwenden zu müssen. Zwei von drei Installateuren hatten uns gesagt, dass sich Kessel und Pelletstank im kleinen Raum nicht ausgehen werden, da die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden können. DI Kostov war mit Abstand der Engagierteste, der sein Angebot zwar nach hinten verschoben hat, dafür aber mit einer Lösung kam, die uns alle befriedigt.

Wir müssen jetzt nur mehr den neuen Energieausweis abwarten und hoffen, dass der nicht zu schlecht ausfällt. Ein sehr sarkastisches Danke, liebes Atelier Schwemmer, das hätte unkomplizierter gehen können, wenn ihr euren Job gewissenhaft erledigt und nicht blind auf irgendwelche Software vertraut hättet.

Das Ende?

Ich hoffe nicht. Ich hoffe, nicht. Welcher Satz ist richtig formuliert? So oder so, morgen faehren wir ins Möbelhaus und lassen die Küche planen *seufz* 😉

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Eingeordnet unter Haus, Ranshofen, Umbau

So lange ich lebe


Meine derzeitige finanzielle Situation ist nicht sehr zufiedenstellend. Das habe ich nicht erst bemerkt, aber das erste Mal zu spüren bekommen, als ich gestern in der Niedermaier Filliale am Stadtplatz einen neuen Handyvertrag abschließen wollte.

Mobilfunktechnisch bin ich noch nicht im 21. Jahrhundert angelangt. Ganz im Gegenteil, ich mache bei jedem Handywechsel Rückschritte in Richtung 1990. Das wollte ich ändern, das gehört geändert. Ich soll schließlich wissen, wovon ich rede und womit ihr, liebe Zielgruppe, eure Freizeit verbingt. Das ist zumindest die Ausrede meiner linken Gehirnhälfte, warum ich ein gottverdammtes Smartphone brauche. Meine rechte Gehirnhälfte weiß schon sehr lang, dass ich so ein Ding haben muss, weil der Spieltrieb ja sowas von angesprochen wird, dass Widerstand auf emotionaler Basis vollkommen sinnlos ist.

Auf jeden Fall stehe ich dort beim Niedermaier und will einen 3 Vertrag, den mir die junge Verkäuferin mit den rot gefärbten Haaren und dem Nasenring auch gerne in perfekten Innviertlerisch anbietet. Leider weiß sie nicht, wie man ein Android am besten mit dem Mac synchronisiert. Ein Manko, über das man als Nerd aber gerne hinwegsieht, Hauptsache eine junge Frau spricht mit einem und lächelt auch hin und wieder.
Umso peinlicher, wenn dann, nach dem ohnehin schon äüßerst kompromitierenden Führerscheinfoto auch noch die Bonitätsprüfung Alarm schlägt und in großen roten Buchstaben ANTRAG ABGELEHNT auf den Bildschirm schreibt.

Fuck you, you fuckin 3 Fuck, son of a ruf-mich-an-nummer.

Na und sonst war der gestrige Tag auch für Arsch und Friedrich. Doch, das muss man so sagen dürfen, auch wenn ich mich bei allen Friedrichs entschuldigen möchte – also, der Tag war fürn Arsch.

Jetzt habe ich mich endlich mit meinem potentiellen Arbeitgeber getroffen, der mir mal 25 Stunde fix zugesagt hätte. Nein, hatte, nicht hätte, das will ich genau festhalten. Denn genau das ist jetzt der Haken. Irgendwie ist der Herr Werber in einen Konjunktiv verfallen, der mich glauben ließ, er hätte das nicht getan…ähm…also, mir den Arbeitsplatz versprochen. Wie lange sollen wir denn noch in Kontakt bleiben? Ich bin hier! Ich habe gesagt, dass ich ab Mai bereit bin zu arbeiten und vorher auch schon Kleinigkeiten erledigen kann. Was soll ich noch sagen?
Und jetzt hab ich keine Ahnung, ob ich ab Mai eine Arbeit habe oder nicht. Genau darauf habe ich mich gefreut – nach Oberösterreich ziehen, um hier Arbeit zu suchen. Ich bin kein CNC Fräser, abgesehen davon, dass ich nicht mal weiß, was CNC bedeutet. Connected Network Counselor? Mir fallen noch ein paar Worte mit C ein, aber ich war für heute schon ausfällig genug.

Ansonsten sind Claudsch und ich dabei uns auf die grundlegende Gestaltung unseres Hauses zu einigen. Man möchte meinen, man erledigt sowas bevor man die Handwerker holt. Tut man aber nicht. Aber nachdem jetzt jeder einmal beleidigt war und den anderen als vollkommen wahnsinnig abgestempelt hat, gehts wieder und wir sind uns echt einig. Einig darüber, wie die Räume aufgeteilt sind, welches Heizsystem mit welchenKaminen verwendet wird (echt, das war ein großes Thema) und einig darüber, dass die Handwerker Preise verrechnen, die nahelegen, der Kamin würde innen vergoldet oder zumindest nach Gustav Klimts Vorbild gestaltet wird.
Es gibt viel zu tun und mir ist mittlerweile schon sehr viel egal, solange ich lebe. So lange ich lebe.

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Eingeordnet unter Handwerker, Haus

Termine, Termine, Termine


Die Schlinge zieht sich zu. Wenn wir nicht sofort den Flug buchen und alle Verbindungen kappen, ist es zu spät…zu spät.

Termine, Termine, TermineAber es wäre auch unangebracht abzuhauen, jetzt, wo wir uns schon so selbst eingeredet haben, dass es das Beste ist, ins Innviertel zu ziehen und die Lichter der Großstadt nur mehr wie Irrlichter im Sumpf der Erinnerung (das ist der kleine matschige Teil des Großhirns) erscheinen. Und ganz ohne Scheiß: es ist herrlich hier. „Sohn, geh in den Garten spielen!“ „NEIN!“ „Aber es ist so schön draussen…“ „NEIN!“ Dann eben nicht, Hauptsache ich bin draussen, sitz in der Sonne, trinke Kaffee und wundere mich am nächsten Tag über eine leichte Verkühlung, weil es doch gar nicht so warm war. Sonne alleine heißt nix.

Naja, und so gehts dahin. Heute war a gschafftiger Tog, wie der Innviertler zu sagen pflegt und damit meint, dass er heute viel erledigt habe. Und beim Teutates, das haben wir. In der Früh zur Bank nach Mauerkirchen, gleich im Anschluss zum Notar in Braunau, kleine Mittagspause in der Neustadt (da wohnt meine Mutter – aber wer das liest, weiß das ohnehin und wenn nicht, dann raus hier!) dann ins Haus nach Ranshofen, den Energieberater treffen, zurück nach Burgkirchen und dann wieder nach Braunau, weil ich mit Stefan M. verabredet war.

Der Termin mit dem Energieberater war interessant. Jetzt hab ich zumindest ansatzweise einen Plan, wie das mit den Förderungen und Arbeiten ablaufen könnte und sollte. Was wir auf jeden Fall machen werden, ist den Dachboden, also den Boden vom Dachboden, mit Dämmwolle und die Kellerdecke mit Styropor dämmen, eine Pelletsheizung kommt rein, gleich mit den Leitungen bis zum Dach, damit wir später eine Warmwasseraufbereitung über eine kleine Solaranlage einbauen können und dann werden noch ein bis zwei Mauern eingerissen. Das sind mal die für die Förderung relevanten Arbeiten.

Diese Holzdecken müssen raus. Die müssen raus! Und die Fliesen vom Ofen müssen runter. Die müssen runter! Sonst zieh ich nicht ein.

Morgen treff ich mich möglicherweise mit einem möglichen Arbeitgeber. Da sollte ich mir vielleicht noch überlegen, wieviel ich wirklich verdienen will. 2000 bis 3000 Euro für 25 Stunden find ich angemessen. Plus 13. und 14., 6 Wochen Urlaub im Jahr und Home Office. Das Firmenauto ist verhandelbar, da poche ich echt nicht drauf. WAS? Ist doch angemessen, oder? Schließlich war ich nicht umsonst jahrelang in Wien und hab dort…gearbeitet…und so.
Wenn er wieder mit dem unterschiedlichen Lohnniveau in der Stadt und am Land kommt, dann geb ich ihm die Telefonnummer meines letzen Arbeitgebers, der ihm dann erzählen kann, was man von mir bekommt, wenn man mir zu wenig bezahlt.

Mist, ich komm grad drauf, dass das Internet in Österreich ja jedermann offen steht. Vielleicht liest er das ja. Verdammt, warum sind wir nicht in Ägypten.

Aber mal was ganz anderes. Welche Tranqulizer sind eigentlich zur Anwendung an unter 3-jährigen freigegeben? Der Bub will nicht mehr schlafen. Geht um 10:00 oder 11:00 ins Bett, steht um 8:00 wieder quietsch- (ja, QUIETSCH) fidel auf und hält durch bis Nachmittag. Dann gibts den großen Einbruch, aber bloß keine Mittagspause, bloß nicht. An dieser Stelle vielleicht ein bisserl Kinder® Speed und ab 19:00 kleine Dosen an Benzoüberaschung™. Hilft auch nix, da zeig ich ihm noch lieber Internetpornos oder Blumen.

Irgendwie ist mir das jetzt entglitten. Gute Nacht!

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Eingeordnet unter Bank, Haus, Ranshofen

…in a rich mans world


Bank Officers' Union recruitment flyer

 

Ich bin dein Kater, Luke

Ich bin müde und fertig – mir ist auch ein wenig schlecht. Heute waren wir auf der Bank. Das eine hat gar nichts mit dem anderen zu tun. Mir war schon vorher schlecht, weil ich gestern etwas übertrieben habe mit dem Genuss von…Alkohl…und…so…und wie Gerald heute Morgen, verschnupft aber richtig bemerkt hat, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man die freiwillige Unterzeichnung zur lebenslänglichen Verschuldung nicht nüchtern erleben muss. Aber soweit kam es gar nicht.

Heute ist der Kredit erst bestellt worden. Ich hab keine Ahnung mehr, wie der Fachmann, in unserem Fall Josef D. von der S. in M., das genannt hat. Ist mir auch egal. Heute haben wir „nur“ eine Ablebensversicherung unterschrieben, die uns Kohle bringt, wenn einer von uns beiden Erwachsene das Zeitliche segnet. Der Hobbykriminalist bemerkt sofort, dass man daraus ein herrliches Tatmotiv stricken kann. Vorallem wenn man zusätzlich noch weiss, dass wir ein Testament aufsetzen werden, das jeweils das andere Elternteil begünstigt. Wir werden sehen, wo uns das noch hinführt. Ja, bei Mord und Selbstmord wird auch gezahlt.

 

Ich weiß, dass ich nichts weiß

Geld als System ist mir zu abstrakt – damit kann ich nichts anfangen. Wer mich kennt, weiß das. Claudsch weiß das natürlich, Josef D. weiß das natürlich nicht und weil er das nicht weiß und ich der männliche Teil unserer Lebengemeinschaft bin, handelt er den Kredit mit mir aus. Mir bleibt nichts anderes übrig, als nach jeder von Herrn D. gestellten Frage hilflos zu Claudsch zu schauen, die dann alles für mich beantwortet. Aber so ist das am Land – mit den Männern wird geredet und die Frauen machen das Geschäft. Herr D. weiß natürlich auch das, er lebt ja schon lange genug dort und wird deshalb nicht müde, mich in dieses Gespräch einzubinden und mir das Gefühl zu geben, wichtig zu sein. Ich weiß, das ich es für diese Angelgenheit nicht bin. Claudsch und Herr D. sind per Du, kennen sich schon seit ihrer ersten Kontoeröffnung. Ich bin nur der zweite Name auf Claudias Konto und mehr will ich auch nicht sein.

 

Wo ist die Kohle, Lebowski?

Auf jeden Fall müssen wir am Montag oder Dienstag nochmal auf die Bank, um den Kredit zu unterschreiben, damit gehen wir dann zum Notar, der den ganzen Schmafu beglaubigt, mit der Beglaubigung gehts dann wieder zur Bank, die darauf hin das Geld auf ein Treuhandkonto des Notars überweist, wo es dann bis 1. März liegt und stinkt. Wir werden das Geld nie besitzen, es wird nie unser Konto erreichen und ich werde nie drinnen baden können. Mit unserer Unterschrift akzeptieren wir, Geld das wir nie gesehen haben, von dem wir nicht mal wissen, ob es tatsächlich existiert, als unseres anzuerkennen und dass es die Bank sofort in unserem Namen ausgeben darf. Der Notar bestätigt, die Richtigkeit dieses Vorgangs und teilt der Bank die Nummer des Treuhandkontos mit, auf welches die Kaufsumme überwiesen wird. Das riecht grasserig, ist aber total normal, blütenweiß, supersauber.

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Eingeordnet unter Bank, Haus

Wir haben tatsächlich ein Haus gekauft!


Unser Haus in RanshofenMann, oh Mann! Wenn ich heute mein 20-jähriges Ich getroffen hätte, ich hätte mit wahrscheinlich eine Ohrfeige verpasst – wäre nur interessant, wer schneller wäre. Trau dich nur, du junger Hupfer! Aber ich fang schon wieder ganz falsch an.

Die Nacht auf heute war sehr unruhig, wir konnten kaum schlafen. Nicht, dass wir wegen eines möglichen Fehlers so nervös gewesen wären, aber ein Hauskauf verändert sehr einfach sehr viel. Man muss nur zwei Unterschriften leisten und das wars dann. Und das haben wir heute auch gemacht, sind nach dem Frühstück ins Notariat gefahren, haben unterschrieben, sind wieder gegangen – that’s it.

Ich würd mich gern mehr freuen, als ich grade im Stande bin und trotzdem:

WOOOOOT! Wir haben ein Haus gekauft! YEAH!

Ich hab schon einen Baum gepflanzt (zwar in einem anderen Garten, aber was soll’s), einen Sohn gezeugt, ein Haus gekauft – was bleibt jetzt eigentlich noch zu tun?

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